Rohrschellen
Rohrschellen bilden das Herz jeder Rohrbefestigung. Sie sind praktisch allgegenwärtig im Bereich der Installationstechnik. Gleichwohl werden sie häufig sehr „stiefmütterlich“ behandelt. Gerade am Beispiel einer Rohrschelle lässt sich die Notwendigkeit einer einheitlichen, verlässlichen und vergleichbaren Bewertung besonders anschaulich erläutern.
Schauen wir uns hierzu den einfachsten mechanischen Kennwert an:
das Verhalten unter statischem, zentrischem Zug – die wichtigste Einsatzbelastung
einer Rohrschelle schlechthin.
Grundsätzlich lassen sich zwei wichtige Größen ermitteln:
1. Die Verformung der Schelle unter Lasteinwirkung.
2. Der Bruch der Schelle unter Lasteinwirkung.
Letztere Angabe ist die klassische Angabe bei Rohrschellen schlechthin. Beides lässt sich gut an einem Kraft-Weg-Diagramm betrachten:


Herstellerspezifische Verfahren können hier also nicht zu vergleichbaren Werten führen. Für die Gebrauchstauglichkeit einer Rohrschelle ist aber neben ihrer Bruchlast insbesondere auch ihre zu erwartende Verformung unter Lasteinwirkung von herausragender Bedeutung. Viele traditionelle Herstellerverfahren berücksichtigen diese Verformung überhaupt nicht oder nur unzureichend.
In Teil B der RAL-GZ 655 ist eindeutig definiert, wie die zulässige Last einer Rohrschelle unter Berücksichtigung von Bruchlast und Verformung ermittelt wird. Hierbei werden bewährte und anerkannte statistische Methoden angewandt, die mögliche Streuungen berücksichtigen. Hierdurch bieten die technischen Angaben von gütegesicherten Rohrschellen eine besonders hohe Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit.
